Syrien: der Anschlag auf den Flüchtlingskonvoi

Bei dem Anschlag auf einen stehenden Konvoi von mehreren Bussen mit überwiegend schiitischen Flüchtlingen aus den Dörfern Fua und Kafraya in Syrien sind über 100 Menschen getötet worden, darunter ca. 70 Kinder.
Allem Anschein nach – hierfür sprechen sowohl Zeugenaussagen als auch mehrere Videos im Netz- wurde die Bombe durch eine sogenannte SVBIED (Suicidal vehicle borne intergrated explosive device) gezündet, eine von einem Selbstmordattentäter gefahrene mobile Sprengfalle.

Trotz der Umstände und der Identität der allermeisten Opfer berichten die Mainstreammedien systematisch irreführend: Die religiöse Zugehörigkeit der Opfer so wie ihre Loyalität wird nicht erwähnt, und es wird so getan als ob die Frage der Urheberschaft für den Terroranschlag nicht geklärt werden könne, weil sich doch keiner dazu bekannt habe.

Dass islamistische Rebellen – unklar welcher Fraktion – dahinterstecken ist jedoch mehr als eindeutig, wie man an folgenden Fakten bzw. Gegenfragen erkennen kann:
1. Die Opfer sind überwiegend Schiiten. Sie gelten speziell bei den salafistischen Rebellengruppen (Al Nusra Front bzw. inzwischen Hayat Tahrir al Sham, Ahrar al Sham oder Jaish al Islam) als Ungläubige bzw. Apostaten oder Häretiker.
2. Die Opfer sind loyal zur Regierung von Präsident Assad. Sie wurden seit Jahren in der von mehrheitlich islamistischen Rebellen kontrollierten Provinz Idlib belagert, ausgehungert und beschossen.
3. Autobomben so wie speziell SVBIEDs sind das häufigste und tödlichste Mittel der Rebellen. Die syrische Armee und ihre Verbündeten haben noch nie SVBIEDs eingesetzt.
4. Der Anschlag ereignete sich im von Rebellen kontrollierten Bezirk Rashideen westlich von Aleppo. Dort befinden sich weder Soldaten noch Milizionäre, die der Regierung angehören.
5. Bereits in Dezember hatten radikale Rebellen Busse, die für den Abtransport von Menschen aus den oben genannten Dörfern herbeigeschickt worden waren in Brand gesteckt und mindestens einen Fahrer getötet. Die Rebellen liessen sich triumphierend dabei filmen und sagten, dies sei Rache für Ostaleppo.
6. Auch jetzt gibt es Islamistenvideos in welchen Gewalt gegen die Schiiten aus Fua und Kafraya angekündigt wurde.

Jene dreisten Medien, die in ihrer schamlosen Verdrehung von Tatsachen versuchen, die Tat der Regierung Assad in die Schuhe zu schieben, sollen sich überlegen, wie sie überlegt und berichtet hätten, wenn eine „Fassbombe“ einen Konvoi von Sunniten aus der von Regierungstruppen belagerten Stadt Zabadani getroffen hätte:
Man hätte sofort und ohne jeden Zweifel „Assad“ beschuldigt, weil doch die Faktenlage „klar“ sei:
– Die Opfer waren Assad-Gegner
– Sie wurden im Assadgebiet getötet, wo Rebellen doch von aussen gar nicht Zugang hätten
– Die benutzte Waffe sei doch Assad-typisch

Eine weitere Unverschämtheit der Berichterstattung besteht darin, dass fast jeder Artikel 2-3 Rebellen- oder rebennahe Quellen zitiert und lediglich einmal Quellen, die loyal zur syrischen Regierung sind.
Es gibt auch keine 7 jährigen Banas oder andere perfekt in English twitternden Aktivisten, die zumindest neutral sind und von Ort und Stelle berichten.
Interessanterweise hat kein Medium Interesse gezeigt, die Überlebenden zu interviewen und hinsichtlich des Tathergangs und ihres Verdachts bezüglich Täterschaft zu befragen.

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